So vergleichst du zwei Konkurrenten Seite an Seite (Tracker + Analytics)

Zwei Tracker, zwei Analytics-Dashboards, ein Blick am Montagmorgen. Der Workflow, der den strategischen Unterschied zwischen zwei Marken in unter fünf Minuten aufdeckt.

Aktualisiert am 13.05.2026

Die meisten „Konkurrenz-Recherchen" sind Single-Brand: wähle ein Unternehmen, schau dir seine Ads an, mach Notizen. Die Single-Brand-Sicht beantwortet was fährt diese Marke gerade. Die Seite-an-Seite-Sicht beantwortet etwas Nützlicheres: was ist der Unterschied, wie diese beiden Marken arbeiten. Dieser Unterschied ist meist der strategische Insight, auf den es sich zu handeln lohnt. Dieses Rezept zeigt dir den Workflow.

Die 30-Sekunden-Version

  1. Richte Tracker A auf Konkurrent 1 ein.
  2. Richte Tracker B auf Konkurrent 2 mit denselben Filtern ein.
  3. Öffne bei beiden Analytics und vergleiche vier Panels: Launches über die Zeit, Visuals-Mix, Copy-Patterns, Länder-Mix.
  4. Notiere die drei größten Unterschiede. Das sind deine Insights.

Das ist der Workflow. Unten steht, was du wirklich vergleichen sollst und wie du jedes Panel liest.

Schritt 1 — Wähle die richtigen zwei Marken

Der Vergleich bringt nur dann etwas, wenn die Marken vergleichbar sind. Drei Faustregeln:

  • Gleicher Vertical, andere Positionierung. SHEIN vs. Zara vergleicht Fast-Fashion-Strategien. SHEIN vs. Apple vergleicht so gut wie nichts.
  • Ähnliches Ad-Volumen. Eine Marke mit 200 Ads/Monat vs. 5 Ads/Monat ist zu schief; aus 80 vs. 60 lernst du mehr.
  • Ein bekannter Gewinner + ein Challenger. Oder: zwei Challenger, die um dasselbe Stück kämpfen. Vermeide es, den Kategorie-Marktführer mit einem winzigen Nischen-Player zu vergleichen — die Lücke übertönt das Signal.

Wenn du noch nicht weißt, wer passt, nutze den Pages-Tab, um die 5-10 Werbetreibenden in einem Vertical nach Ad-Volumen sortiert zu finden, und wähle dann zwei aus dieser Shortlist.

Schritt 2 — Tracker A einrichten

Öffne Creatives, suche die FB-Seite von Konkurrent 1, wende alle Filter an, die den Vergleich eingrenzen (typisch: GEO = dein Zielmarkt, Days active From = 30, um Tests auszufiltern). Speichere als Tracker.

Die Benennung ist hier wichtig. Nutze ein einheitliches Pattern für beide Tracker, damit die Seite-an-Seite-Lesung sauber bleibt. Beispiel: [Konkurrent] — US — winners. Beide Tracker-Namen nutzen denselben Suffix; nur die Marke unterscheidet sich.

Schritt 3 — Tracker B mit identischen Filtern einrichten

Suche die FB-Seite von Konkurrent 2. Wende dieselben Filter wie für Tracker A an — gleiches GEO, gleicher Days-active-Bereich, gleiches Display format, falls du eins genutzt hast. Der Vergleich ist nur dann valide, wenn der Ausschnitt, den du dir ansiehst, zwischen den beiden Marken identisch ist.

Wenn du einen Filter auf B vergisst, den du auf A genutzt hast, wirken die Unterschiede im Analytics-Tab größer, als sie sind. Disziplin zählt.

Speichere als Tracker B mit dem passenden Namens-Pattern.

Trackers-Popup: Jeder gespeicherte Tracker erscheint in dieser Liste — öffne zwei Seite an Seite zum Vergleichen.

Schritt 4 — Analytics auf Tracker A öffnen

Sobald ein Tracker gespeichert ist, schaltet sich der Analytics-Tab frei. Öffne ihn zuerst auf Tracker A und überfliege die vier Panels:

  • Launches über die Zeit — wann pusht diese Marke neue Creatives? Stetiger Tropf oder Burst-Pattern?
  • Visuals-Breakdown — Image / Video / Carousel / DCO-Mix.
  • Copy-Patterns — meistgenutzte Phrasen, Hook-Strukturen, CTA-Verteilung.
  • Länder-Mix — wohin das Budget tatsächlich fließt.

Analysiere noch nicht. Saug einfach die Form auf.

Schritt 5 — Analytics auf Tracker B öffnen

Dieselben vier Panels, derselbe Zeitraum. Widersteh dem Drang, ein Panel auf A und dann eins auf B anzuschauen — lies erst alle vier auf A, dann alle vier auf B. So speichert das Gehirn Patterns besser.

Schritt 6 — Die drei größten Unterschiede notieren

Du hast jetzt acht Panels gesehen (4 × 2 Marken). Deine Aufgabe ist es, die drei Unterschiede zu wählen, die am meisten zählen. Nutze diese Linse:

Launch-Kadenz

Macht Marke A einen Tropf-Feed (stetige wöchentliche Launches), während Marke B in Bursts arbeitet (Stille + großer Drop)? Die Kadenz spiegelt meist die interne Team-Struktur: Tropf = In-house-Creative-Team mit wöchentlichem Slot; Bursts = Agentur oder externer Produzent mit Meilenstein-Vertrag.

Die Heatmap-Subansicht (innerhalb von Analytics) schärft das — sie zeigt Wochentag und Tageszeit. Wenn Marke A jeden Sonntagabend launcht und Marke B jeden Mittwochmorgen, hast du einen Prozess-Unterschied gefunden.

Visuals-Mix

Ist Marke A zu 70 % Video, während Marke B zu 70 % Static ist? Das sagt dir, was jede Marke über ihre Zielgruppe und ihr Produktionsbudget glaubt. Video-lastige Marken haben entweder einen In-house-Editor oder eine Outsourcing-Pipeline; Static-lastige Marken haben weder noch und können wahrscheinlich nicht schnell aufholen.

Für dein eigenes Briefing: Die videolastigere Marke ist schwerer auf Creative-Tempo zu schlagen. Die statischlastigere Marke ist leichter zu überholen, indem du ein paar gute Videos ausspielst.

Copy-Patterns

Vergleiche die Top-fünf-Phrasen in jedem. Marke A führt vielleicht mit „Bis zu 50 % Rabatt" (preisgeführt). Marke B führt vielleicht mit „Das letzte Produkt, das du je brauchen wirst" (positionierungsgeführt). Das sind zwei verschiedene Theorien, warum ihr Kunde kauft.

Hinweis: Wenn beide Marken mit derselben Phrase führen, hast du den dominanten Hook der Nische gefunden. Es lohnt sich, ihn für dein eigenes Creative zu übernehmen.

Länder-Mix

Hat Marke A 80 % des Budgets in einem Land und Marke B es auf 12 verteilt? Das ist Strategie-Ebene: fokussierte Marke vs. globalisierte Marke. Beide tragen unterschiedliche Wachstumsrisiken — fokussierte Marken sind anfällig für Ein-Markt-Disruption; globalisierte Marken tragen Währungs- und Übersetzungs-Overhead.

Wenn du nur in einem Markt operierst, ist die fokussierte Marke dein näherer Vergleich und die bessere Creative-Referenz.

Schritt 7 — Schreib die drei Sätze

Der Output dieses Workflows ist kein Dashboard — es sind drei Sätze, die ein Teammitglied in 30 Sekunden lesen kann. Vorlage:

Marke A liefert Kadenz hauptsächlich Format in Markt/Märkten und führt mit Hook. Marke B liefert Kadenz hauptsächlich Format in Markt/Märkten und führt mit Hook. Die größte strategische Lücke ist der wichtigste Unterschied.

Das ist das Deliverable. Drei Sätze. Jeder in deinem Team — Designer, Founder, PM — kann auf drei Sätzen handeln. Auf acht Dashboard-Panels kann niemand handeln.

Schritt 8 — Das Lesezeichen behalten

Beide Tracker laufen weiter. Öffne das Trackers-Popup zu Beginn der nächsten Woche, und du siehst nur die neuen Ads, die jede Marke seit deinem letzten Check ausgespielt hat — auf beiden Seiten des Vergleichs. Dieser kontinuierliche Diff ist der kumulierende Wert dieses Workflows — die erste Lektüre dauert 30 Minuten, die wöchentliche Pflege fünf.

Häufige Fehler

  • Unterschiedliche Filter auf A und B. Der häufigste Fehler. Prüfe dreifach, dass beide Tracker GEO, Days active und Display format teilen, bevor du liest.
  • Unterschiedliche Zeiträume vergleichen. Analytics nutzt standardmäßig die Lifetime des Trackers. Ist A 6 Monate alt und B 6 Wochen, normalisiere, indem du beide auf dasselbe Fenster setzt.
  • Ein Panel nach dem anderen über Marken hinweg lesen. Lies alle vier auf A, dann alle vier auf B. Die Mustererkennung ist so besser.
  • Beim ersten Durchgang drei oder mehr Marken vergleichen wollen. Zwei ist die lesbare Grenze. Nach zwei mach bei Bedarf einen separaten Zwei-vs-Zwei-Durchgang.

Was als Nächstes kommt

Die Seite-an-Seite ist ein Snapshot. Die längerlaufende Version: beide Tracker laufen lassen und alle zwei Wochen die Analytics neu lesen — die Veränderung in jedem Panel ist oft informativer als der Snapshot selbst. Für tiefere Feature-für-Feature-Workflows siehe den Trackers Deep Dive und die Analytics-Dashboard-Feature-Seite.

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